Muskelkater

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht von Donnerstag, 27. November 2014
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Muskelkater ist eine Erscheinung (ist vermutlich aus dem Begriff „Muskel-Katarrh“ entstanden), die besonders in Zusammenhang mit ungewohnten, hohen Belastungen oder sehr intensiven Trainingsübungen auftritt. Vom Grundsatz her handelt es sich bei Muskelkater um einen mechanischen Defekt, kleinster funktioneller Strukturen in unserem Muskel, welche bestimmte Vorgänge zur Regeneration hervorrufen, die sich als Muskelkatersymptome bemerkbar machen.

Muskelkater entsteht nicht durch die Laktatbildung, sondern durch kleinste Verletzungen in den Muskelfasern, die sich aufgrund der mechanischen Überforderung des Muskels ergeben. Diese Mikrorisse selbst erzeugen noch keine Schmerzen, was erklärt, warum die Muskelkatersymptome zeitverzögert einsetzen. In die winzigen Muskelfaserrisse tritt in der Folge Wasser ein, so dass sich Ödeme (Wasseransammlungen) bilden, die zu einem Anschwellen und einer Dehnung der Muskelfasern führen, die auch die außerhalb der Muskulatur liegenden Nervenzellen sowie die Blutgefäße des Muskels in Mitleidenschaft ziehen.

Die bei den Mikrorissen zerstörten Eiweiße werden zudem vom Organismus verarbeitet; diese Abfallprodukte müssen aus dem Muskel transportiert werden, wobei es zu Entzündungen kommt. Muskelkaterschmerzen sind also Dehnungsschmerzen, die aufgrund der ihnen vorausgehenden körperlichen Vorgänge mit einigen Stunden Verzögerung einsetzen.

Vor allem bei Marathonläufern kann die Ursache eines auftretenden Muskelkaters auch in der lang andauernden und überaus intensiven Belastung des Stoffwechsels liegen, die ebenso Entzündungen und Muskelschmerzen begünstigt.

Hat man akut mit Muskelkater zu kämpfen, sollte man keinesfalls am Folgetag mit einem intensiven exzentrischen Training fortfahren. Auch das andere Extrem, also den Muskelkater erst komplett abklingen zu lassen, bevor wieder trainiert wird, ist nicht nötig. Der Körper benötigt im Regelfall 48-72 Stunden, um sich nach einem anstrengenden Workouts zu erholen. Es kann also ein erneutes Training bereits nach 48 Stunden erfolgen und zwar unabhängig davon, ob noch Muskelkater besteht oder nicht.

Werden Muskeln ständig bis hin zu starkem Muskelkater überbelastet, kann es zu Narbenbildung und Funktionseinschränkung kommen. Wer permanent Muskelkater hat, riskiert eine Verschlechterung der Regeneration und somit verminderten Muskelaufbau, sowie eine Resistenz der Muskelzellen gegenüber Insulin, was den Nährstofftransport erheblich behindert.

Wenn der Muskel mit Schmerzen signalisiert, dass er hoch belastet wurde, sollte man auf seinen Körper hören und sich eine Trainings-Pause benötigt.


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